Historie
Entwicklung von SurvNet
Im Jahr 2001 wurde mit dem Meldesystem zum Infektionsschutzgesetz (IfSG) ein Programm, SurvNet@RKI, implementiert, um alle relevanten Sachverhalte, die gemäß IfSG von Ärztinnen und Ärzten, Laboren und anderen zur Meldung verpflichteten Personen an die Gesundheitsämter gemeldet werden, zu erfassen, zu verwalten und über die zuständigen Landesbehörden an das Robert Koch-Institut (RKI) zu übermitteln. Ziel war es, weitergehende Analysen der Daten und deren Publikation sowohl auf Bundeslandebene als auch für Deutschland insgesamt zu ermöglichen.
Über viele Jahre hat SurvNet@RKI zentrale fachliche Anforderungen des Meldewesens technisch unterstützt. Es diente als Werkzeug für die Bearbeitung von Meldungen und Fällen, für Auswertungen sowie für die Übermittlung zwischen den Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.
Notwendigkeit einer Erneuerung
Während der Pandemie wurde aus fachlichen, organisatorischen und technischen Gründen eine Neuimplementierung des Systems notwendig. Außerdem haben sich die Anforderungen an digitale Werkzeuge im Infektionsschutz weiterentwickelt. Dazu gehören unter anderem die stärkere Vernetzung mit anderen Systemen, nutzungsfreundlichere Oberflächen, verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Ebenen des ÖGD, höhere Anforderungen an Anpassbarkeit sowie moderne technische und sicherheitsbezogene Standards.
Entwicklung von EMIGA
Vor diesem Hintergrund wird EMIGA als Nachfolgesystem entwickelt. EMIGA steht für Elektronisches Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter und wird am Robert Koch-Institut gemäß § 14 Infektionsschutzgesetz im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. Anders als SurvNet wird EMIGA als Webanwendung konzipiert.
Mit EMIGA soll der Öffentliche Gesundheitsdienst durch den Ausbau digitaler Lösungen im Bereich Infektionsschutz entlastet und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Stellen weiter verbessert werden. Dazu gehören unter anderem sichere und datenschutzkonforme Austauschprozesse, Schnittstellen zu weiteren Fachanwendungen, barriereärmere Nutzungsoberflächen und eine schrittweise modulare Einführung.
Ablösung im Mischbetrieb
Die Ablösung von SurvNet@RKI erfolgt nicht sprunghaft, sondern schrittweise. Vorgesehen ist zunächst ein Mischbetrieb, in dem bestehende SurvNet-Komponenten weiter genutzt und nach und nach durch EMIGA-Module ergänzt oder ersetzt werden. Der Mischbetrieb heißt SurvNetEM also SurvNet mit EMIGA Modulen. Die fachlichen Aufgaben des Meldewesens bleiben dabei bestehen, jedoch verändert sich ihre technische Umsetzung.