Falldatenblatt
Als Fälle werden alle von einem Gesundheitsamt erzeugten Sachverhalte bezeichnet,
- die aus einer Meldung einer Erkrankung oder eines Erregernachweises an das Gesundheitsamt resultieren
- von denen das Gesundheitsamt aufgrund eigener Recherchen Kenntnis erhält
- die eine Erkrankungs- bzw. Infektionsepisode einer Person beschreiben
Die Abgrenzung, wann eine solche Episode beginnt und endet, ist abhängig von der Erkrankung und muss im Einzelfall vom Gesundheitsamt entschieden werden.
Sind zwei (oder mehr) meldepflichtige Erreger bei einer Patientin/ einem Patienten nachgewiesen, so sind auch zwei (oder mehr) Fälle anzulegen. Dies gilt auch bei wiederholten Infektionen mit demselben Erreger. Ob es sich bei einem wiederholten Erregernachweis um eine Neuinfektion (neue Erkrankungs- bzw. Infektionsepisode) handelt, muss im Einzelfall von der Bearbeiterin/von dem Bearbeiter beurteilt werden.
Merkmale von Fällen
Damit ein Fall gespeichert werden kann, müssen folgende Daten vorhanden sein:
- Übermittlungskategorie
- Meldelandkreis
- Meldedatum, aus welchem die Meldewoche mit Meldejahr berechnet wird
Aktenzeichen
Jeder neu angelegte Fall-Datensatz erfordert die Angabe eines Aktenzeichens, das je nach Auswahl entweder manuell vergeben, oder vom System generiert werden kann. Das Standard-Format für das automatisch generierte Aktenzeichen von Fällen lautet:
\[Type\]\[Year\]-\[AutoIncrementPerYearAndRecordType\]
z.B. CAM2015-0589 für einen Campylobacter-Fall
Wobei \[Type\] für den Kurznamen der Krankheit und \[Year\] für das Kalenderjahr steht. Durch den Zähler \[AutoIncrementPerYearAndRecordType\] werden Fälle jährlich und fortlaufend, also über die Krankheiten hinweg, durchnummeriert.
Sollen die Fälle separat nach Krankheit hochgezählt werden, ersetzen Sie den Zähler in den SurvNet-Optionen im Startmenü unter Generierung durch \[AutoIncrementPerYearAndType\]
Das automatisch generierte und im Fall-Datenblatt angezeigte Aktenzeichen kann nachträglich weiterbearbeitet, oder durch ein neues, automatisch generiertes Aktenzeichen ersetzt werden.
INFO Verwenden Sie bei manueller Vergabe des Aktenzeichen bitte keine datenschutzrelevanten Informationen (z. B. Namen von Patientinnen/ Patienten, Einrichtungen oder Straßen).
Übermittlungskategorie
Entsprechend dem Krankheitsbild oder Erregernachweis lässt sich jeder Fall einer bestimmten Übermittlungskategorie zuordnen. Die Namensgebung richtet sich in der Regel nach der Krankheit und enthält häufig Hinweise auf den verursachenden Erreger (z. B. Hantavirus-Erkrankung, Leptospirose).
Durch die Auswahl der Übermittlungskategorie zu Beginn der Erfassung eines Falles wird festgelegt, welche klinischen Informationen und labordiagnostischen Nachweise im weiteren Verlauf der Erfassung abgefragt werden. Für einige Übermittlungskategorien muss zusätzlich eine Krankheitsform ausgewählt werden (z. B. Listeriose: Listeriose des Neugeborenen, Schwangerschafts-Listeriose oder Listeriose, andere Form). Bei anderen Krankheiten wird die Krankheitsform anhand der Angaben zu Symptomen und Laborangaben berechnet (z. B. Denguefieber: Denguefieber oder hämorrhagisches Denguefieber oder Dengue-Schock-Syndrom).
INFO Werden durch nachträglich eingehende Informationen (z.B. Erregernachweis) Änderungen an der Übermittlungskategorie eines Falles erforderlich, so ist dies möglich, erfordert jedoch eine Reihe von weiteren Maßnahmen (Korrektur klinischer und labordiagnostischer Informationen; ggf. Entfernung des Falles aus einem Ausbruch).
Falldefinitionskategorie
Auf Grundlage der vom RKI festgelegten Falldefinitionen wird für jeden Fall überprüft, ob die Falldefinition hinsichtlich der klinischen und labordiagnostischen Bestätigung erfüllt ist. Dazu werden die erfassten Informationen zu Symptomen, Labormethoden und -ergebnissen automatisch bewertet.
Es werden folgende fünf Falldefinitionskategorien unterschieden:
- A: Klinisch bestätigter Fall
- B: Klinisch-epidemiologisch bestätigter Fall
- C: Klinisch-labordiagnostisch bestätigter Fall
- D: Labordiagnostisch bestätigter Fall bei nicht bestätigtem klinischen Bild
- E: Labordiagnostisch bestätigter Fall bei unbekanntem klinischen Bild
TIPP Bei geöffnetem Fall-Datenblatt kann, über den Befehl
Falldefinition im Register Fall der Multifunktionsleiste, für jede Übermittlungskategorie die zugehörige Falldefinition ein- und ausgeblendet werden. Der Stand der angezeigten Falldefinition wird vom Zeitpunkt der Erfassung des Falles und der dabei eingesetzten Software bestimmt (Schema-Version 3_FD2015).
Referenzdefinition
In den Falldefinitionen des RKI ist für jede Krankheit festgelegt, welche der genannten Falldefinitionskategorien die Referenzdefinition erfüllen. Fälle, die der Referenzdefinition genügen, gehen in die statistische Auswertung durch das RKI ein und werden z.B. im Epidemiologischen Bulletin und im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch publiziert. Auch die Bewertung eines Falles bezüglich der Referenzdefinition erfolgt automatisiert.
INFO Fälle von Krankheiten, die der Einzelfallkontrolle unterliegen, erfüllen die Referenzdefinition erst nach Freigabe.
Transport
Aus den Angaben im Fall ergibt sich anhand der Falldefinition automatisch, ob es sich um einen übermittlungspflichtigen Fall handelt, der an die Landesstelle/ das RKI transportiert wird. In der Fallübersicht wird der automatische Transport gegenüber einem ggf. manuell veranlassten (erzwungenen) Transport separat ausgewiesen.
In früheren Versionen von SurvNet@RKI konnte neben der automatisierten Bewertung der klinischen und labordiagnostischen Angaben auch eine manuelle Bestätigung vorgenommen werden. Beginnend mit der Version 3.20 ist die manuelle klinische Bestätigung und die manuelle Laborbestätigung für Fälle gemäß Falldefinition 2015 nicht mehr zugelassen und wird bei der Berechnung der Falldefinition nicht mehr berücksichtigt.
Status der Freigabe
Übermittelte Fälle seltener Krankheiten unterliegen der Einzelfallkontrolle durch das RKI und müssen freigegeben werden. Der Status der Freigabe wird am Ende der Fallübersicht angezeigt. Fälle seltener Krankheiten genügen nur der Referenzdefinition, wenn sie vom RKI freigegeben wurden. Die Freigabe eines Falles durch das RKI wird über die Landesstellen an die Gesundheitsämter zurück übermittelt.
Aufbau des Fall-Datenblattes
Das Falldatenblatt in SurvNet@RKI ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Die Abschnitte können über eine blaue Leiste ein- und ausgeklappt werden:
| Seitenpanel (links) | Bearbeitungsbereich Fallinformationen |
|---|---|
Als Reiterbezeichnung im geöffneten Falldatenblatt wird das Aktenzeichen des Falls angezeigt. Ist der Fall mit einer Patientinnen-/ Patienten-Adresse verknüpft, erscheint hier der Name der Patientin/ des Patienten.
Anhand der unter Klinische Informationen, Informationen zum labordiagnostischen Nachweis und Epidemiologische Informationen gemachten Angaben nimmt SurvNet@RKI eine Bewertung des Falles vor. Das Ergebnis dieser automatisierten Bewertung wird in der
Fallübersicht zusammengefasst.
Da das Falldatenblatt sehr umfangreich ist, kann es notwendig sein zu scrollen. Die einzelnen Abschnitte lassen sich aber auch gezielt ansteuern: Durch Klick auf eine der unter Navigieren zu angebotenen Schaltflächen landet man direkt im entsprechenden Abschnitt des Fall-Datenblattes:
,
,
,
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und
(rotes Rechteck).
INFO Wenn sich der Mauszeiger über einem scrollbaren Bereich befindet (z. B. in der Liste von Hospitalisierungen), wird das Scrollen in diesem Bereich ausgeführt. Um im Falldatenblatt selbst zu scrollen, bewegen Sie den Mauszeiger in einen freien Bereich des Datenblatts.
Fallübersicht
In der
Fallübersicht werden direkt unterhalb der Anzeige der Übermittlungskategorie einige administrative Informationen aufgeführt. Dazu gehören:
- Eigentümer (das Gesundheitsamt, das den Fall bearbeitet)
- Bearbeiterin/ Bearbeiter der letzten Version des Falles
- Datum der letzten Änderung
- Mitarbeiterin/ Mitarbeiter, die/ der den Fall erstellt/ erfasst hat
- interne Referenz
- Version des Datensatzes
Zusätzlich zeigt die Fallübersicht die automatische Bewertung des Falles an. Dazu gehören insbesondere:
- Erfüllung der Referenzdefinition
- klinische, labordiagnostische und epidemiologische Bestätigung des Falles
- Übermittlungsfähigkeit des Falles (ob er transportiert werden kann)
- Freigabestatus (sofern er der Einzelfallkontrolle unterliegt)
Zuordnung
Nach Eingang einer Meldung durch eine Ärztin/ einen Arzt (§ 6 IfSG), ein Labor (§ 7 IfSG) oder eine andere zur Meldung verpflichtete Person (§ 8 IfSG) sowie nach Prüfung der Zuständigkeit und einer inhaltlichen Bewertung des Sachverhalts legt das Gesundheitsamt einen Fall in der zutreffenden Übermittlungskategorie an.
Im Abschnitt
Zuordnung des Fall-Datenblattes werden zu jedem Fall mindestens folgende Angaben erfasst:
- der zuständige Landkreis
- das Meldedatum
Diese Angaben bestimmen die örtliche und zeitliche Einordnung des Falls in Standardauswertungen.
Um den Inhalt einer elektronischen Meldung im Fall anzeigen zu lassen,
- markieren Sie die entsprechende Meldung in der Liste der Meldungen zum Fall
- klicken Sie anschließend auf
Meldung ein-/ausblenden im Register Meldung der Multifunktionsleiste.
INFO Als Meldedatum wird standardmäßig das Datum der Fallerstellung gesetzt. Aus dem Meldedatum eines Falles werden Meldewoche und -jahr automatisch berechnet. Als Landkreis wird der in den SurvNet-Optionen an Position 1 voreingestellte Meldelandkreis übernommen. Beide Angaben (Meldedatum und Landkreis) können nachträglich überarbeitet werden.
Die dem Fall zugrundeliegende Arzt-, Labor-, oder sonstige Meldung sollte mit Angaben zur Art der/ des Meldenden sowie zum Datum der Meldung und zum Datum der Diagnose erläutert werden. Sofern in der Datenbank bereits vorhanden, lässt sich auch die Adresse der/ des Meldenden und die Auftraggeberin/ der Auftraggeber der Untersuchung einbinden. Auch können hier Details zur Meldung und ggf. eine Labornummer zu jeder Meldung eingetragen werden.
INFO Das Datum der Meldung ist das Datum, an dem die Meldung von einer Ärztin/ einem Arzt, einem Labor oder einer anderen meldenden Person an das Gesundheitsamt abgesetzt wurde. Es ist nicht gleichzusetzen mit dem Meldedatum (an dem das Gesundheitsamt Kenntnis von dem Fall erlangt und ihn als solchen anlegt). Damit können zu einem Fall mehrere Meldungen mit unterschiedlichem Datum der Meldung vorliegen, während zu jedem Fall nur ein Meldedatum existiert.
Am Ende des Abschnitts
Zuordnung kann im Feld zuständige Bearbeiterin/ zuständiger Bearbeiter eingetragen werden, welche Mitarbeiterin/ welcher Mitarbeiter sich inhaltlich mit dem Fall befasst. Wird der Fall zur Kenntnisnahme an ein anderes Gesundheitsamt übermittelt, wird dies in den Feldern Übernahme von GA und Übergabe an GA eingetragen und angezeigt.
Informationen zur Patientin/ zum Patienten
In diesem Abschnitt werden die personenbezogenen Basisdaten sowie relevante epidemiologische Zusatzinformationen erfasst. Dazu gehören insbesondere:
- Gemeindekennziffer
- Geschlecht
- Geburtsmonat und -jahr der Patientin/ des Patienten
- Angaben zu Todesumständen
- Hospitalisierungen
- Betreuung/Unterbringung/Tätigkeit in einer Einrichtung
- Erkrankung im Rahmen eines nosokomialen Ausbruchs
- Blut-Organ- und Gewebespenden
- Angaben zum Impfstatus (bei impfpräventablen Krankheiten)
Bei Angabe der Todesumstände (im Feld Grund neben dem Feld Datum des Todes) sollte unbedingt vermerkt werden, ob die Patientin/ der Patient direkt oder indirekt an der übermittelten Infektionskrankheit verstorben ist. Verwenden Sie zur Beurteilung des Sachverhalts die Angaben auf der Todesbescheinigung (Teil I a bis c). Ist die Erkrankung nicht Teil der Todesursachenkette, sollte im Feld Grund die Option aufgrund anderer Ursache ausgewählt werden.
Für Nosokomiale Ausbrüche (z. B. § 6 Abs. 3 IfSG) ist die Zahl der „betroffenen Patienten” übermittlungspflichtig. Auch Kolonisationen (Besiedelungen) bzw. kolonisierte Fälle werden dabei übermittelt, sofern sie dem Ausbruchsgeschehen zugeordnet werden.
INFO Fälle, bei denen ein Häkchen bei Nosokomialer Ausbruch (z. B. § 6 Abs. 3 IfSG) gesetzt ist, werden unabhängig von weiteren Angaben immer übermittelt.
Zur näheren Eingrenzung des Infektionsumfeldes kann eine Betreuung/ Unterbringung/ Tätigkeit in verschiedenen ambulanten und stationären Einrichtungen angegeben werden.
Impfangaben dürfen ausschließlich auf dokumentierten oder vergleichbar zuverlässigen Quellen basieren (z. B. Impfpass). Anamnestische Angaben von Patientinnen und Patienten oder Angehörigen, insbesondere zu länger zurückliegenden Impfungen, sind häufig nicht verlässlich und können lückenhaft sein.
Unvollständige Angaben (ohne Datum der letzten Impfung, Anzahl der Impfdosen oder Impfstoff) erlauben keine zuverlässige Bewertung des Impfstatus und sind damit in der Regel nicht verwertbar.
INFO Hinterlegte Namen und Adressen z.B. der Patientin/ des Patienten, der Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Betriebsstätten dienen ausschließlich der Bearbeitung im Gesundheitsamt und werden nicht an übergeordnete Stellen übermittelt. Die entsprechenden Felder werden in der Landesstelle und im RKI nicht angezeigt.
TIPP Nicht übermittelte Inhalte eines Falles werden im Fall-Datenblatt durch eine blaue Beschriftung des entsprechenden Eingabefeldes (z. B. Patientin/ Patient) besonders hervorgehoben.
Klinische Informationen
In diesem Abschnitt erfassen Sie die klinischen Angaben zum Fall. Zunächst wird hier für alle Krankheiten gleichermaßen der Erkrankungsbeginn abgefragt und für einige Übermittlungskategorien zusätzlich, ob eine Infektion mit einhergehenden Krankheitszeichen oder lediglich eine Besiedelung (Kolonisation) durch den Erreger vorliegt. Aus dem angegebenen Erkrankungsbeginn wird unter Berücksichtigung der Inkubationszeit die mögliche Expositionszeit automatisch berechnet und im Abschnitt ‚Epidemiologische Informationen’ (s.u.) angezeigt. Die nachfolgende Auswahl an Symptomen bzw. Kriterien richtet sich nach der (vorab ausgewählten) Übermittlungskategorie des Falles (die Übermittlungskategorie kann in der Fallübersicht eingesehen werden). Für einzelne Krankheiten kann eine spezielle Krankheitsform ausgewählt werden, für andere wiederum wird die Krankheitsform aus den ausgewählten Symptomen und Kriterien berechnet.
INFO Die Angaben zu Symptomen und Kriterien können erst getätigt werden, wenn im Feld Klinische Informationen verfügbar die Option ja bzw. ja, mit Symptomatik, die für die gemeldete Krankheit bedeutsam ist ausgewählt wurde. Andernfalls erscheinen die nachfolgenden Felder ‚ausgegraut’ und können nicht bearbeitet werden.
INFO Wählen Sie die Option Ja, aber ohne Symptomatik, die für die gemeldete Krankheit bedeutsam ist, wenn Symptome bekannt sind, die nicht zur Meldekategorie der Krankheit passen oder wenn bekannt ist, dass keine Symptome vorliegen.
Entsprechen die angegebenen Symptome dem klinischen Bild gemäß Falldefinition, wird in der Fallübersicht Klinisches Bild erfüllt: ja (berechnet) angezeigt. Für bestimmte Erkrankungen wird zwischen einem spezifischen klinischen Bild und einem unspezifischen klinischen Bild unterschieden. Zeigt ein Fall lediglich die Symptome des unspezifischen klinischen Bildes, so erscheint in der Fallübersicht hinter Klinisches Bild erfüllt: ja (unspezifisch berechnet).
Für Krankheiten, bei denen bereits der Verdacht nach § 6 Abs. 1 IfSG meldepflichtig ist, muss die Meldende/ der Meldende dem Gesundheitsamt gemäß § 9 Abs. 3 IfSG mitteilen, wenn sich dieser Verdacht nicht bestätigt. In diesem Fall setzen Sie ein Häkchen bei Verdacht nicht bestätigt. Der Fall erfüllt dann unabhängig von den weiteren Angaben nicht mehr die Referenzdefinition, wird aber gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c IfSG übermittelt.
Informationen zum labordiagnostischen Nachweis
In diesem Abschnitt erfassen Sie die Ergebnisse der labordiagnostischen Untersuchungen. Es können z. B. Angaben zu Erregern, Toxinen, Nachweismethode oder Resistenzen vorgenommen werden, sobald im Feld Laborangaben verfügbar die Option ja ausgewählt wurde. Auch hier richtet sich die Feldauswahl nach der Übermittlungskategorie des Falles.
Erfüllen die dokumentierten Laborergebnisse die Anforderungen der Falldefinition, so wird in der Fallübersicht Labordiagn. Nachweis gegeben: ja (berechnet) angezeigt. Führt die automatisierte Bewertung nicht zur labordiagnostischen Bestätigung, weil z. B. ein verbesserter Labornachweis verwendet wurde, der in der Liste der Erregernachweise noch nicht berücksichtigt ist, sollte der Nachweis in einem Kommentarfeld (als Annotation) näher beschrieben werden. Falls der Fall so nicht automatisch übermittelt wird, kann die Übermittlung erzwungen werden. Klicken Sie hierzu in der Registerkarte Fall, Gruppe Bearbeitung der Multifunktionsleiste auf die Schaltfläche Erzwingen.
Epidemiologische Informationen
In diesem Abschnitt erfassen Sie Informationen zur möglichen Exposition sowie zu epidemiologischen Zusammenhängen.
Als Expositionsort wird der geografische Ort bezeichnet, an dem sich die/ der Erkrankte/ Infizierte zur angegebenen Expositionszeit (berechnet aus Erkrankungsbeginn und Inkubationszeit; s.o.) aufgehalten hat. Bei einer Reiseanamnese können Beginn und Dauer der Reise in der tabellarischen Auflistung des Feldes Expositionsorte dokumentiert werden. Etwaige Einträge sollten sich im Wesentlichen auf den berechneten Expositionszeitraum beziehen. Neben Expositionsort und -zeit kann zusätzlich in der tabellarischen Auflistung des Feldes Expositionsorte eine Einrichtung angegeben werden. Der Name der Einrichtung und ihre Adresse werden nicht übermittelt.
INFO Für die Auswahl des Expositionsortes ist eine strukturierte Auswahlliste hinterlegt. Über die Baumstruktur (Klick auf den Pfeil vor dem jeweiligen Land) können Länder weiter bis auf die jeweils verfügbaren Verwaltungsebenen aufgegliedert werden. Falls der genaue Ort nicht bekannt ist, können alternativ ein Kontinent oder Ausland (Land unbekannt) ausgewählt werden.
Ergeben sich Hinweise, dass der Fall in einem epidemiologischen Zusammenhang mit einem oder mehreren Fällen steht, kann die Zugehörigkeit zu einem Ausbruch im gleichnamigen Feld festgehalten werden. Durch die Zuordnung zu einem Ausbruch erhält der Fall automatisch seine (berechnete) epidemiologische Bestätigung, die in der Fallübersicht angezeigt wird. Ausnahmen bilden hier Erkrankungen, für die laut Falldefinition eine epidemiologische Bestätigung entfällt.
Epidemiologische Bestätigungen außerhalb von Ausbrüchen erfolgen nicht automatisch. Für Krankheiten, bei denen keine automatische epidemiologische Bestätigung vorgesehen ist, muss diese bei Vorliegen der entsprechenden Kriterien manuell vergeben werden. Die epidemiologische Bestätigung kann durch Setzen eines Häkchens bei Epid. Bestätigung erfüllt (manuell) erteilt werden. Für Fälle bestimmter Übermittlungskategorien werden zur näheren Spezifizierung der epidemiologischen Bestätigung vordefinierte Expositionsrisiken abgefragt.
In den epidemiologischen Informationen kann auch der Kontakt zu Personen angegeben werden, bei denen es zu einer weiteren Übertragung der Infektion gekommen sein kann. Dazu werden dem Fall Kontaktpersonenvorgänge zugeordnet, in denen die Kontakte gebündelt werden. Als Kontaktperson kommen Personen in Frage, die infolge des Kontaktes möglicherweise infiziert wurden, aber (noch) nicht erkrankt sind oder (noch) nicht untersucht wurden. Um Infektionsketten zu erfassen, kann für Fälle von Mensch zu Mensch übertragbaren Krankheiten unter mutmaßlich angesteckt bei ein bereits erfasster Fall, zu dem Kontakt bestand und bei dem sich der Fall wahrscheinlich angesteckt hat, mit Klick auf das Fernglas-Symbol gesucht und hinterlegt werden. Mit Klick auf das grüne Plus-Symbol kann ein Fall neu erstellt werden. Der Fall öffnet sich in einem neuen Reiter und muss ergänzt und gespeichert werden.
INFO Die Namen und Adressen von Kontaktpersonen dienen ausschließlich der Bearbeitung im Gesundheitsamt und werden nicht übermittelt.
Zusätzliche Eigenschaften
Mit den Zusätzlichen Eigenschaften können Sie wiederkehrende Sachverhalte strukturiert erfassen, die sich mit den vorhandenen Eingabefeldern des Falldatenblatts nicht ausreichend abbilden lassen.
INFO Zusätzliche Eigenschaften sind nicht dazu gedacht, einmalige Besonderheiten eines Einzelfalles abzubilden. Verwenden Sie für derartige Mitteilungen das Kommentarfeld.
Die nachfolgenden Unterkapitel beschreiben die Vorgehensweise zur Erfassung und Bearbeitung von Fällen. Alternative Pfade sind - soweit relevant - dargestellt.
Weitere Informationen zu einem Fall
Kompaktansicht des Fall-Datenblatts
Das Falldatenblatt enthält zahlreiche Eingabefelder und ist deshalb sehr umfangreich. Um alle Felder und zugehörigen Einträge eines Falles auf einen Blick einzusehen, aktivieren Sie in der Registerkarte Fall der Multifunktionsleiste die Schaltfläche
Kompaktansicht.
In der Kompaktansicht des Datenblattes können Sie die Inhalte des Falldatenblatts anzeigen, jedoch nicht bearbeiten. Um Änderungen vorzunehmen, wechseln Sie über dieselbe Schaltfläche Kompaktansicht zurück zur Normalansicht.
Ratgeber
Das Robert Koch-Institut stellt zu den wichtigsten Infektionskrankheiten Ratgeber mit Informationen zu Symptomatik, Diagnostik, Therapie und Prävention bereit. Die Ratgeber richten sich an Fachkreise, insbesondere an Ärztinnen und Ärzte, medizinisches Fachpersonal sowie den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD).
Bei bestehender Internetverbindung können Sie die Ratgeber direkt aus SurvNet@RKI aufrufen.
Öffnen Sie dazu den entsprechenden Fall und klicken Sie in der Registerkarte Fall, Gruppe Infos der Multifunktionsleiste auf die Schaltfläche
Ratgeber.
Steckbriefe
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit) bietet für eine Reihe von Infektionskrankheiten sogenannte Erregersteckbriefe an, die als PDF-Dokument in sechs verschiedenen Sprachen - Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Russisch und Arabisch - heruntergeladen und ausgedruckt werden können.
INFO „Allgemeinverständlich informieren die Bürgerinformationen über Besonderheiten der einzelnen Erreger, Übertragungswege, Krankheitszeichen, richtiges Verhalten im Krankheitsfall und über den Schutz vor Ansteckung beispielsweise durch Hygienemaßnahmen oder Impfungen.” Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
Bei bestehender Internetverbindung können Sie die Steckbriefe direkt aus SurvNet@RKI aufrufen.
Öffnen Sie dazu den entsprechenden Fall zur Krankheit und klicken Sie in der Registerkarte Fall, Gruppe Infos der Multifunktionsleiste auf die Schaltfläche
Steckbrief.