Beispiel
Beispiel eines lebensmittelbedingten Ausbruchs
Mit dem folgenden Beispiel sollen Felder, die zur Beschreibung eines lebensmittelbedingten Ausbruchs unter
Informationen zum Ausbruch auszufüllen sind, veranschaulicht werden.
Szenario:
In einem Kindergarten,
[Infektionsumfeld] > Betreuungseinrichtung > Kindergarten, Hort
der auch Ganztagesbetreuung anbietet, erkrankten innerhalb weniger Tage 30 von 45 Kindern mit Durchfall. Nach einer Woche traten keine Neuerkrankungen mehr auf. Bei verschiedenen der erkrankten Kinder wurde Salmonella Typhimurium nachgewiesen. Andere Fälle von S. Typhimurium im zeitlichen und räumlichen Umfeld wurden nicht bekannt.
Durch Gespräche mit den Betreuern finden Mitarbeiter des Gesundheitsamtes heraus, dass es am Tag vor den ersten Erkrankungen Teigtaschen mit auffällig nicht ganz durchgegarter Hackfleischfüllung als Mittagessen gab. Als Beilage gab es Kartoffelpüree, als Nachtisch eine Quarkspeise. Unter den Erkrankten ist kein Kind, welches nur vormittags betreut und vor dem Mittagessen abgeholt wird; 3 nichterkrankte Kinder, die an den anderen Tagen der Woche an der Verpflegung teilnahmen, haben an diesem Tag wegen anderer Erkrankungen gefehlt. Aufgrund dieser Umstände fällt ein starker Verdacht auf die Teigtaschen-Mahlzeit.
[Typ des Ausbruchs]: hauptsächlich über Lebensmittel und
[Lebensmittel]: Ja.
Beim Lieferanten des Mittagessens werden Lebensmittelrückstellproben untersucht. In den besonders verdächtigen Teigtaschen, kann aus der Füllung S. Typhimurium nachgewiesen werden. Eine Erreger-Feintypisierung (z.B. MLVA) zeigt eine Übereinstimmung zwischen dem Lebensmittelisolat und den Patientenisolaten. Die Füllung wurde mit Hackfleisch vom Schwein, Ei, Petersilie und Grieß hergestellt. In der Zutat Grieß wurden keine Salmonellen gefunden. Die frischen Zutaten standen nicht mehr zum Testen zur Verfügung. Alle Stuhluntersuchungen von Angestellten der Küche verliefen negativ für S. Typhimurium.
Bei der Eingabe der Daten unter
[verdächtigtes Lebensmittel]
beschreiben Sie im Freitextfeld das verdächtigte Lebensmittel, in diesem Fall z.B.:
„Hackfleisch-gefüllte Teigtaschen”.
Da die Teigtaschen aus verschiedenen Zutaten bestehen, die aber im Einzelnen nicht weiter getestet werden konnten, können Sie sich in diesem Fall bei der Lebensmittelkategorie des verdächtigten Lebensmittels nicht genau festlegen3F[^3].
Deshalb wählen Sie bitte die Kategorie
gemischte Lebensmittel
aus:
Epidemiologische Evidenz: Eine analytische epidemiologische Studie wurde nicht durchgeführt. Aufgrund ihres Alters konnten die betroffenen Kinder nicht selbst zu ihrem Lebensmittelverzehr befragt werden. Wegen Krankheit und wechselnder Kinderbetreuung konnte keine verlässliche Auskunft eingeholt werden, welches Kind die verdächtigte Speise verzehrt hat. Allerdings wurden die ermittelten Daten deskriptiv ausgewertet.
[Deskriptive Auswertung der ermittelten Daten].
Die Daten zum Erkrankungsbeginn der Betroffenen legen eine punktförmige Infektionsquelle nahe (kurzer Ausbruch, keine Sekundärfälle).
zeitlich: Verteilung des Erkrankungsbeginns der Fälle ist vereinbar mit
einer punktförmigen Infektionsquelle
Auch räumlich hatten die Fälle einen klaren Zusammenhang, da die erkrankten Kinder denselben Kindergarten besuchten.
räumlich: Die Mehrzahl der Fälle hielt sich im angenommenen
Infektionszeitraum am gleichen Ort auf
Die Kinder hatten untereinander Kontakt.
Person: Fälle haben einen direkten oder indirekten Kontakt gehabt
Labordiagnostische Evidenz: Es gab einen Erregernachweis aus dem verdächtigten Lebensmittel. Die Feintypisierung (MLVA) des Erregers aus den Erkrankten und aus der Hackfleischfüllung stimmte überein.
[Nachweis im verdächtigten Lebensmittel/in verdächtigter Speise]:
aus einem herstellenden Betrieb
Erreger-Feintypisierung stimmt mit der der Fälle überein
Die übrigen Felder zur Labordiagnostischen Evidenz werden in diesem Beispiel nicht ausgefüllt, da in den einzelnen Zutaten und bei Angestellten keine Salmonellen nachgewiesen werden konnten und Umweltproben nicht genommen wurden: